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Neue UN-Kommissarin für Menschenrechte

Die Südafrikanerin Navanethem Pillay will die Rechte der Opfer auf der ganzen Welt schützen. Sie gehört der Minderheit der Tamilen an.

Navanethem Pillay ist neue UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. DruckenSendenLeserbrief

Die südafrikanische Richterin Navanethem Pillay (66) will in ihrem neuen Amt als UN-Hochkommissarin unparteiische Anwältin für Menschenrechte sein. Das erklärte die Juristin am Montag bei ihrem Amtsantritt in Genf. "Ich habe die Absicht, die Rechte der Opfer überall auf dieser Welt zu schützen - ohne jemanden zu diskriminieren und ohne mich auf ein bestimmtes Land zu konzentrieren", sagte die neue UNO-Menschenrechtskommissarin.

Pillay war im Juli von der UNO-Generalversammlung als Nachfolgerin der Kanadierin Louise Arbour ernannt worden. Sie werde unabhängige, auf Fakten gestützte und deutliche Urteile abgeben, sagte die Richterin. "Mein Herz ist bei allen Opfern dieser Welt, auch weil ich Opfer der Politik der Rassentrennung in Südafrika war."

Die Juristin gehört der ethnischen Minderheit der Tamilen an. 1995 wurde sie als erste farbige Frau an das Oberste Gericht Südafrikas berufen. Seit 2003 war sie Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Bekannt wurde sie vor allem auf ihrem vorigen Posten als Präsidentin des Internationalen Kriegsverbrechertribunals für Ruanda, wo sie an wegweisenden Entscheidungen zur Rolle von Vergewaltigungen als Kriegswaffe und Beitrag zum Völkermord mitwirkte.

Fünfte Amtsträgerin

Pillay ist die fünfte Amtsträgerin seit Einführung der Position des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte im Jahr 1993. Ihre Amtszeit wird vier Jahre betragen, und sie steht einer Organisation mit 1000 Mitarbeitern vor, die in 50 Ländern tätig ist und einen Etat von etwa 150 Millionen Dollar (fast 103 Millionen Euro) verwaltet.

Einige Menschenrechtsgruppen stehen Pillay skeptisch gegenüber, weil sie als weniger offen und forsch als ihre Vorgängerin Arbour gilt. Pillay müsse ihr Amt vor allem dazu nutzen, politische Aufmerksamkeit auf die weltweit größten Menschenrechtsverletzungen im Sudan, in Burma, China und Simbabwe zu lenken, forderte die Organisation UN Watch nach der Ernennung der Südafrikanerin im Juli.

Die 1941 geborene Pillay wuchs als Tochter eines Busfahrers mit indischen Wurzeln in einem Elendsviertel der südafrikanischen Stadt Durban auf. Als Mitglied der tamilischen Minderheit wurde sie im Apartheid-System diskriminiert. 1967 eröffnete sie als erste Frau in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal eine eigene Anwaltskanzlei und verteidigte dort Gegner des Apartheid-Systems sowie Frauenrechtlerinnen. 1973 setzte sie sich gegen die Behörden durch, die zahlreiche politische Gefangene auf der Gefängnisinsel Robben Island festhielten. Die Insassen, darunter auch der spätere südafrikanische Präsident Nelson Mandela, durften daraufhin Kontakt mit ihren Anwälten aufnehmen.

Copyright 2008, Kurier
Original URL: http://www.kurier.at/nachrichten/194882.php